sukhothai und chiang mai

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Von Philok aus ging es mit dem Bus weiter nach Sukhothai. Am Busbahnhof lernte ich – neben zahlreichen Schleppern – zwei New Yorker Studenten kennen, die mal raus wollten und nun für ein halbes Jahr durch Südostasien reisen – auch nett.

An den Gästehaeusern trennten sich unsere Wege, wobei ich sie ein paar Stunden später dann doch in meinem Gästehaus wiedergesehen habe… die Zimmer im Anderen waren zu dreckig. Im Ban Thai Guesthouse war ich mal wieder in einem Bungalow untergebracht, eigenes Bad und riesige Doppelmatratze inklusive für 300BAHT die Nacht (siehe Foto).

Nach dem Auspacken sollte sich dann eigentlich das typische “Neuer Aufenthaltsort-Muster” abspielen:
1. den nächsten 7-Eleven suchen
2. zwei Birdies/Nescafes kaufen + einen Black Tea Lemon
3. ohne Plan durch die Stadt laufen, über die Märkte bummeln, etc.
4. nach 30 Minuten dringend aus Klo müssen
5. noch 30 Minuten rumlaufen, orientieren, zurück zum Guesthouse laufen (oder unterwegs eine Toilette finden)

In Sukhothai war es dagegen nach Punkt 2 etwas anders, denn:
Der Hauptgrund in Sukhothai Station zu machen ist der Sukhothai Historical Park und da ich gegen 16 Uhr im Guesthouse ankam, erschien mir die Uhrzeit natürlich optimal um zum etwa 20 Minuten entfernten Park zu fahren und da im Spätnachmittagslicht Fotos zu machen.

Also ab ins Songthaew nach Old Sukhothai… vor Ort dann ein Fahrrad geliehen und zum Eingang gefahren, wo ich erfuhr, dass die Tickets nicht mehr auf den nächsten Tag (bzw. die nächsten 30 Tage, wie es im Reiseführer steht) übertragbar sind. Da um 18 Uhr Schluss ist hätte ich also etwa 1h30min gehabt… was mir zu wenig erschien für den relativ hohen Eintrittspreis (100BAHT + 10BAHT Fahrrad).

Da es um den umzäunten Bereich auch noch einige Ruinen gibt, habe ich mir halt die angeschaut und bin (aus Freude am Fahrradfahren) noch durch ein etwas entfernteres, recht bescheidenes Dorf gefahren…
Hinter einer der Wellblechhütten saß ein Vater mit seiner jungen Tochter (vielleicht vier oder fünf) und als ich vorbeifuhr sprang die Tochter plötzlich mit einem strahlenden Lächeln auf, winkte und rief mir ein glockenhelles “Helloooo! Sawat-Dee-Kaaaaaa!” entgegen. :) Das war nur einer der vielen kleinen Momente, die mir hier immer wieder die wahnsinnige Freundlichkeit der Menschen vor Augen halten… und es macht total Spaß, sich dem anzupassen, die Menschen auf Thai zu grüßen und Lächeln zu verschenken, weil man wirklich IMMER eins zurück bekommt. :)
Bin schon jetzt gespannt, wie die Umstellung in Deutschland wird und wie krass mir dieser Freundlichkeitsunterschied auffallen wird…

Nach den Erlebnissen um den Park herum ging es zurück nach New Sukhothai um mich dem 3. Punkt zu widmen und ausserdem ein günstiges Internetcafe ausfindig zu machen.

Am nächsten Morgen bin ich um 06:30 Uhr aufgestanden um bei schönem Morgenlicht in der Parkanlage zu sein. Da ich nicht wusste, wie viel Zeit die Anlage in Anspruch nehmen würde, musste ich direkt auschecken und mein Gepäck an der Rezeption lagern, was zu einer gewissen Verspätung führte. Gegen 07:30 Uhr war ich dann endlich an der Bus-Station, wo mir gesagt wurde, dass der Bus noch 10 Minuten warten würde… habe dann die anderen Busse aussenrum gefragt, die mich aber alle an den 10-Minuten-Bus verwiesen.

Die Fahrerin kannte ich schon vom Abend davor, deshalb hatte sie auch ziemlich viel Spass daran, meine Rumfragerei zu betrachten… zurück am Bus kam dann ein spöttischer Kommentar, den ich natürlich nicht verstand, aber ich stellte mir vor dass sie es mir (auf herzliche Art und Weise) richtig reingedrückt hat. :D

Die erste Hälfte der Fahrt fuhr sie dann mit gefühlten 30km/h (statt der gestrigen gefühlten 70km/h – alles nur gefühlt weil der Tacho kaputt war und ichs daher nicht genau sehen konnte) was nicht etwa an mir lag, sondern an den zahlreichen Schülern und Schülerinnen die sie unterwegs aufnahm (hiermit spreche ich mich nochmal ausdrücklich für Schuluniformen in Deutschland aus… das ist einfach zu gut).

Zurück zur Busfahrerin:
An vielen Häusern fuhr sie extra langsam und linste in die Vorhöfe, als ob sie die dort wohnenenden Schüler persönlich kennen würde… irgendwann hielt sie auch mal komplett an, um einem Senioren auf der anderen Strassenseite zuzurufen, dass heute Nacht bei ihr wieder der Fuchs Hühner gerissen hat… und dass er checken soll ob sein Gartentor geschlossen ist…
- ne, ich hab natürlich keine Ahnung was sie rief… aber ich hab mir im Kopf ein paar lustige Übersetzungen für all ihre Zwischenstationen überlegt und die Fahrt dann doch noch sehr genossen. :)

Gegen 08:30 Uhr war ich dann in der Anlage, mit insgesamt 3 anderen Leuten… ohne Spaß, es war niemand da und man konnte ungestört fotografieren, radeln und musste nicht auf irgendwelche Leute im Bild achten, herrlich.

Nach 2h verliess ich die Anlage dann wieder, wobei mir in der Nähe vom Eingang dann Besuchermassen in Form von Schulklassen und anderen Travellern entgegen kamen… und dann passierte etwas, mit dem ich hier bisher noch nicht konfrontiert wurde: Ein paar Schülerinnen kamen auf mich zu und fragten “pikschah? pikschah?” und wollten sich mit mir fotografieren lassen. :D


Thailand 2009

Zurück in Sukhothai bin ich nochmal in meine Lieblings-Internet-Gaming-Gruft gegangen, um mich auf Chiang Mai vorzubereiten. Mit einer besonderen Art des TukTuks/Samlors ging es von meinem Guesthouse in Sukhothai zum Bus Terminal… die quasi umgedrehten TukTuks habe ich bisher nur hier gesehen… man sitzt vorne und fühlt sich ein wenig wie auf einer Schubkarre. Am Bahnhof angekommen hatte ich eine Stunde Wartezeit, die ich mit dem Essen von Daeng Mo (Wassermelone) verbrachte. Beim dritten Kauf kam die Verkäuferin dahinter, dass Daeng Mo die einzige Frucht ist, die ich auf Thai bestellen kann… und brachte mir kurzerhand die Namen der anderen Früchte bei: Guaven heißen z.B. farang, was fremd/Fremde/Fremder entspricht und hier auch der Begriff für Ausländer ist. Leicht zu merken, genauso wie Ananas, die man ohne Probleme mit dem deutschen Sapperlot! (sapaloh) bestellen kann. Trotz diesen neuen Erkenntnissen bleibe ich aber meistens bei Wassermelone.

Da mein “Aufenthaltsort-Abschiedsmuster” dem Begrüßungsmuster entspricht (zumindest was die Einkäufe bei 7eleven betrifft) war ich richtig voll, als ich den Bus betrat. Im 2er rechts neben mir saß eine ältere Thai-Frau, die mich begrüßte, wissen wollte wo ich herkomme und mir während unseres “Gesprächs” (von meiner Seite eher ein Aufzählen der 5 Sätze, die ich auswendig kenne und mehrmaligem Wiederholen von mai khao yai: “ich verstehe nicht”. Manchmal werfe ich auch noch ein paar Früchte ins Gespräch ein… ;)) Papelmuse/Grapefruit-Schreiben anbot, die hier häufig mit einem scharfen Dip verspeist werden… sehr lecker, aber mehr als 2 Scheiben gingen nicht mehr rein.

Während der Fahrt schlief ich mit MP3-Player im Ohr, über den Fernseher lief nämlich eine dieser Thai-Karaoke-DVDs, die nur schwer zu ertragen sind… Die Fahrt dauerte insgesamt 6h, wobei nach der Haelfte ein Gewitter anfing… so heftig, dass einige Autos an den Strassenrand fuhren um das Gewitter vorbeiziehen zu lassen (bisher dauerten nur wenige länger als 10 Minuten). Unser Busfahrer freute sich natürlich über die freie Straße und drückte noch ein bisschen mehr aufs Gas. :D

In Chiang Mai begrüßten mich wieder zahlreiche Schlepper, von denen mich einige ein paar Schritte auf meinem Weg zum 7eleven begleiteten. Per Handy machte ich mein Guesthouse klar, in dem ich im bisher besten Zimmer meiner Reise (AC, eigenes Bad, tägliche Reinigung, Frühstück + 56kb Internet :D inkl.) für 350BAHT/Nacht hause. Natürlich wieder Twin Bed, das heißt mit einem Reisepartner könnte man nochmal die Hälfte sparen. Bin dann um 21 Uhr nochmal raus Richtung Night Bazaar, habe mich dabei zweimal verlaufen und so schon einen grossen Teil Chiang Mais kennengelernt.

Am nächsten Morgen ließ ich mich zur hiesigen Shopping Mall fahren und fraß mich durch zahlreiche kleine Läden. Zimtrolle, Original Pretzel, Green Tea Pie mit Schokofüllung, etc. Da mir das Tuktuk zurück in die Altstadt zu teuer war, gab es mal wieder einen längeren Marsch… den ich mit dem Besuch einiger Wats abschloss. Hier in Chiang Mai kann man an mehreren Wats mit den Mönchen reden, weil diese ihr Englisch aufbessern möchten. Mit zweien unterhielt ich mich ein wenig über den Buddhismus, das Leben als Mönch und die Prozedur die man durchlaufen muss, um einer von ihnen zu werden. Nachdem ich mich für das Gespräch bedankte, gönnte ich mir einen Dark Chocolate Latte in einem reinen Schokoladenkaffee, welches ich seitdem beinahe jeden zweiten Tag aufgesucht habe.

In einem etwas abseits liegenden (aber im lonelyplanet empfohlenen) Viertel fand ich eine supergute Galerie mit skurriler, verrückter und wirklich schöner Kunst. Auf den Fotos könnt ihr ein paar Werke sehen, einiges gibt es auch auf dieser Webseite. Kurz vor dem Besuch dieser Gallery landete ich per Zufall in einem kreativ eingerichteten Eis- und Dessertladen, der eine sehr geniale und inspirierende Innen-Einrichtung hatte (auf dem einen Foto kann man es erahnen). Mit 3 Kugeln Eis (Chocolate, Lychee Sorbet und Green Tea) und einem Tiramisu Cake verschaffte ich mir einen Überblick über die Qualität und war von den Socken – gut, dass es auch noch eine Filiale in Bangkok gibt. Bei der AC-Temperatur im Emirates-Flugzeug könnte man tatsächlich über ein paar Eis-Mitbringsel nachdenken. :D

Neben vielen Erlebnissen war Chiang Mai bisher ein Ort der Bekanntschaften und ungeplanten, schoenen Wiedersehen:
- In meinem Fußmassagekurs habe ich 3 Thais kennengelernt, die in Deutschland arbeiten und leben (Düsseldorf, Stuttgart und Pforzheim!) und gerade in Chiang Mai ihre Familien besuchen. Sehr lustig, sich mit einer Thai zu unterhalten die schwäbelt… :D
- In meinem Schokocafe unterhielt ich mich lange mit einem 21jährigen Amerikaner, der auch skatet und gerade die komplette Welt bereist, seine Route verfolge ich jetzt über facebook.
- Auf der Suche nach einem netten Straßenstand für das erste Abendessen traf ich Dana aus meinem Tauchkurs (Koh Tao) wieder….
- Gestern war ich mit 2 Französinnen und einem Schweizer Pärchen essen. Das Pärchen ist bereits zum zweiten Mal in Asien unterwegs und reist mit Fahrrädern, die sie sich in Bangkok gekauft haben. Für diese zweite Reise haben sie alles in der Schweiz aufgegeben, um völlig unabhängig reisen zu können.

Einschub:
Bevor ich kurz nach 18 Uhr am Treffpunkt an kam, erlebte ich zum ersten Mal das allabendliche Abspielen der Koenigshymne (?)… soll wohl immer um 18 Uhr aus den Lautsprechern tönen und für einen Moment bleibt alles stehen und liegen um dem König zu huldigen… oder so… bisher hatte ich es auf jeden Fall noch nirgends erlebt. Gestern war das erste Mal und da ich gerade mitten auf einem riesigen Markt war, fühlte es sich an wie ein gigantischer Freeze-Flashmob, bei dem alle mitmachen. :D
Ende Einschub. :D

Es war ein richtig netter Abend, den Julie (28), Chrissy(30-40? :D), ein Chinese und ich dann mit einem Spaziergang über die “Sunday Market Street” abschließen wollten (das Pärchen ist Kaffee trinken gegangen). Als ich ein schönes Fotomotiv sah, ließ ich die anderen ziehen und deutete noch an, dass ich gleich wieder zu ihnen aufschließen würde. Dummerweise fing es in diesem Moment an zu regnen, weswegen sich meine Fotomöglichkeit weiterbewegt hatte. Ich also hinterher… Foto gemacht… zurück und die anderen gesucht. An einer Kreuzung hatte ich dann falsch getippt und war mir nach 5 Minuten erfolgloser Suche sicher, die anderen drei erst am nächsten Tag beim Massagekurs wieder zu sehen (wir hatten uns jedoch schon vorsichtshalber vorm Betreten der Street verabschiedet, weil es so voll war)…
- Dafür sah ich direkt danach ein anderes vertrautes Gesicht wieder: Hannes war auf der anderen Seite des Marktes im Gewühl unterwegs, Simon war auch nicht weit. War echt schön die beiden wieder zu sehen, zumal ich dachte, sie wären noch im Süden unterwegs (dank verschiedener Handyverluste war Kontakt nicht mehr richtig möglich). Den restlichen Abend verbrachte ich also mit Hannes, Simon und Eduardo (einem Spanier den Hannes und Simon kennengelernt haben) und revanchierte mich für das am letzten Tag in Bangkok erhaltene Bier. :)

Ich weiss wirklich nicht, wie lange ich noch hier bleibe. Die Hälfte meiner Reise ist bereits um und ich habe (bis auf Ayutthaya und Bangkok) alles gesehen, was ich sehen wollte. Aufgrund der vielen positiven Berichte stehen Pai und Laos/Kambodscha gerade auf der “eventuell”-Liste ganz oben… da mein Guesthouse hervorragende Kochkurse anbietet, werde ich aber noch mindestens 2 Tage hier bleiben, um euch danach mit Thai-Speisen verwöhnen zu koennen. :)

Liebe Grüße an euch alle!


5 Kommentare bisher, vielen Dank für Ihre Unterstützung.

  1. Andrea says:

    Im Namen von Josef, dem wir deine Erlebnisse ausdrucken und schicken, sollen wir dir zu deiner tollen Berichterstattung gratulieren. Er ist immer ganz scharf auf neues Lesefutter. Auch die Pforzheimer grüßen dich herzlich und wünschen dir weiterhin viel Spaß. Wir natürlich auch Andrea + Matthias

  2. Irmgard says:

    Lieber Sebastian,

    nochmals vielen vielen Dank für Deinen Anruf heute. Das war wirklich eine gelungene überraschung, ich habe mich sehr darüber gefreut.
    Deine Reiseberichte zu lesen macht wirklich viel Spaß, Man hat den Eindruck, Du gehst irgendwo spazieren und triffst hier und dort einen Bekannten. Das hört sich alles so locker an.
    Wir wünschen Dir noch weiterhin so viel Freude an Deinen Unternehmungen und viele nette Bekanntschaften.

    Liebe Grüße
    Irmgard und Lu

  3. Ker says:

    Hey Sebi=)
    ist ja echt cool was du so
    schreibst und erlebst!
    Cool dass Du angerufen hast,
    wir wünschen dir weiterhin so schöne tage!!
    Liebe Grüßle ker und Co

  4. Joachim says:

    ??????, lieber Sebastian! Hast Du die Heuschrecken probiert? Würde mich mal reizen. ????????????? und liebe Grüße, Ulrike und Joachim

  5. Claudi says:

    Sebi,

    das klingt alles so wunderbar. Ich schau mir die Fotos an und schwelge in Erinnerungen….(z.B. der “Hymnen-Freeze-Moment” in Chiang Mai)
    Es passiert soviel in so kurzer Zeit um einen herum…toll, oder?!
    Und es ist kurios, dass sich die Wege immer wieder mal kreuzen und du die Leute irgendwo im nirgendwo wiedertriffst (”you always meet twice – in Thailand!”)
    Ich hoffe, du hast noch weiter viele interessante Begegnungen und viel Spaß in Laos.
    Bin gespannt, was du von dort berichtest.

    Viele grüße von hier, Claudi



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