die ersten tage

Guten Morgen zusammen!
Nach einer eher ungemütlichen und kurzen Nacht in meinem 200BAHT-Guesthouse (50 BAHT ~ 1€), finde ich nun zum ersten Mal die Zeit für einen längeren Bericht.

Spielereien am Flughafen in DubaiDie Flüge mit Emirates waren der Wahnsinn. Ein derartiges Komfort- und Unterhaltungsprogramm habe ich noch nicht erlebt: Neben vielen aktuellen Kinofilmen gab es Unmengen an amerikanischen Serien, interessanten Dokumentationen und Spielen. Bis Dubai ließ es sich also sehr gut in der Boeing 777ER aushalten. Gegen 22 Uhr Ortszeit landeten wir in Dubai und wurden wärmstens empfangen. Aus dem eisfachkalten Flugzeug stieg man in einen drückenden Schwall aus heißer Dubailuft und die 5minütige Busfahrt zum Terminal wurde zur Qual. Im Terminal herrschte dagegen wieder “Emirates-Temperatur” und nach einem kurzen Sicherheitscheck ging es in die Wartehalle, die tapeziert war mit Bildschirmen und einem künstlichen Wasserfall (!). Für die ersten paar Stunden konnte ich mich mit den zahlreichen Fotomotiven beschäftigen, bevor ich gegen 02 Uhr Ortszeit auf eine der Liegen auswich und mir die Nacht mit Musik, Zeitungen und Schüttelfrost um die Ohren schlug.

Geschlafen habe ich im Anschlussflug, daher kann ich nicht besonders viel ueber den A380 sagen… sah aber vom Gate schon sehr beeindruckend aus.

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In Bangkok begann kurz vor der Landung ein Gewitter, daher fiel die Landung etwas härter aus. In der Gepäckwartezeit lernte ich Hannes und Simon aus Norddeutschland kennen, mit denen ich mich nach dem Erhalt unseres Gepäcks erstmal orientiert habe und mit den wichtigsten Dingen (Geld, Thailaendische Handykarte und Ticket in die Stadt) versorgt habe. Mit der Thai-Simkarte konnte ich dann auch endlich meinen Couchhost erreichen, der sich gegen 24 Uhr mit mir auf der Khao San Road treffen wollte.

Gegen 22 Uhr erreichten wir das Traveller-Mekka (googlen fuer Bilder) und wurden erstmal von Lichtern, Lautstaerke und den Travellermassen erschlagen. Direkt wurde ich von einem Thai auf mein Skateboard angesprochen… er kannte die Firma und empfahl mir ein paar Skatespots in Bangkok.

Simon, Hannes und ein Pärchen aus Karlsruhe haben anschliessend ein Guesthouse gesucht, waehrend ich mich schon zum Treffen mit Ahmy aufmachte. Habe dann erstmal seinem Freund Jojo und ihm eine Schachtel Kippen gesponsert (75B ~ 1,50E), anschliessend ging es in eine Lieblingsbar der beiden.

Nach einer Weile kamen Hannes und Simon hinzu und wir stiessen mit Thai-Bier (sehr lecker) auf die bevorstehenden Wochen an. Jojo entschloss sich dagegen fuer eine Marguerita, weil er (Zitat Ahmy) “seine Tage hat” bzw. (Zitat Jojo) “eigentlich lieber eine Frau sein will”. Dass die beiden sehr unterhaltsame Zeitgenossen sind, wurde uns also recht schnell klar. :)

Nachdem die Bar gegen 2 Uhr dicht gemacht hatte, gingen wir nochmal durch die Khao San Road, starteten einen spontanen Freeze-Flashmob und kamen mit ein paar zufaellig getroffenen Freunden von Jojo ins Gespraech. Dabei unterhielt ich mich eine ganze Weile mit einem Amerikaner übers Skaten und das amerikanische Gesundheitssystem (sein Knie hatte eine recht unerfreuliche Begegnung mit den Beiden). Am Ende gönnten wir uns fuer 20B (~ 40Ct) noch einen Roti, eine Art Pfannkuchen mit Banane und Schokoladensauce. Mit dem Taxi ging es dann in Ahmys 1-Zimmer-Wohnung, in der ich die naechsten 2 Naechte kostenlos auf einer Isomatte pennen durfte.

Am naechsten Morgen machte ich mich (mit Ahmys Empfehlungen im Gepaeck) Richtung Khao San Road auf und kam unterwegs haeufig mit Thais ins Gespraech, die wissen wollten wo ich her komme und wo ich hin will. “Germany” wird hier dank dem FC Bayern gerne mit “Munich?” entgegnet… und so antworte ich Bundesliga-konform meistens mit “near Stuttgart”. ;)

Ein paar Empfehlungen eines Thais fuehrten dazu, dass ich mich 5 Minuten spaeter auf einem TukTuk befand und schon voller Vorfreude auf die mich erwartenden Schneider und Juwelierlaeden war, zu denen man von TukTuk-Fahrern gerne geschleppt wird.

Zuerst fuhr der Fahrer allerdings meine Route nach den von mir gewuenschten Punkten (“1, 2, Finish” mit Karte zeigen) ab und wartete jedes Mal, bis ich wieder aus der Anlage kam. Beim ersten Mal konnte ich alleine einige Fotos machen, bei der zweiten Anlage wurde ich recht schnell von einem Thai angesprochen (“Munich?”)… er erklaerte mir dann ein paar Sachen, ging dann aber recht schnell dazu über, mir ein paar Tipps zum Geld sparen zu geben. Die Freude, einen Schneider und ein Touristenbuero in meine Karte eintragen zu duerfen konnte ich ihm natuerlich nicht verwehren… würde ja eh nicht hinfahren. Zum Abschluss werde ich noch nach dem Datum gefragt, woraufhin der Guide erschrickt… schliesslich gibt es nur noch heute den 20% Discount! Dank Khao San Road und den Reiseführern wusste ich aber bereits, dass hier jeder Tag der letzte Tag ist. :D

Zurueck beim TukTuk überlege ich mir, dass ich gerne noch eine von Ahmys Empfehlungen sehen würde und versuche mit eindringlichem Fingerzeigen eine “3″ in meine Route einzubauen. Komischerweise interessierte sich der TukTuk-Fahrer aber mehr für das unleserliche Gekritzel des Pseudo-Guides und versucht mir noch einmal mein unglaubliches Glueck zu vermitteln, den letzten Discount-Tag erwischt zu haben. Mein Kopfschuetteln wird als Vorfreude gewertet und 5 Minuten spaeter steht unser TukTuk vor einem Schneidergeschaeft. Der TukTuk-Fahrer will hier natuerlich eine Schlepper-Prämie abgreifen…

“Discount! Discount!” bringt mich aber nicht dazu, aufzustehen und ich überlege mir, ob die Praemie wohl groß genug ist, dass er mich reintragen würde… Der Fahrer verschwindet kurz (holt er Träger?), kehrt dann mit mieser Laune zurück und fährt weiter zum… richtig, Touristenbüro. “Discount! Discount!”. Dort spielt sich Ähnliches ab und der TukTuk-Fahrer fährt weiter zur dritten Station, die sicher nicht nötig gewesen wäre, wenn er sich an meine Route gehalten hätte: Die Tankstelle. :D

Von Zwischenstopp zu Zwischenstopp wurde die Laune meines Fahrers immer schlechter, was sich in höherer Geschwindigkeit bemerkbar machte. Dies fuehrte zu erhöhtem Schaukeln, was wiederum zu immer besserer Laune bei mir auf der Rückbank führte. Ein Teufelskreis! :)

Mit einem (semi-) schlechten Gewissen bezahlte ich am Finish die 20B: anderthalb sehr unterhaltsame Stunden lagen hinter mir. Per Zufall landete ich anschliessend auf einem buddhistischen Fest, welches laut Aussage einer Einheimischen nur alle 2 Jahre stattfindet – Riesendusel. Auf dem Festplatz befanden sich fast nur Einheimische, die beteten, grosse hohle Figuren beschrifteten, mit Blumen und Muenzen beschmissen und sich an den vielen Essensständen verwöhnen ließen.

Aus den beschrifteten hohlen Figuren sollten wohl später Einzelteile fuer eine riesige Statue gegossen werden. Ich blieb allerdings nur bis zum Gießen kleinerer Buddha-Statuen (siehe Fotos), traf mich dann mit Ahmy und ging mit Hannes und Simon indisch essen.

Pro Person zahlten wir 150B (~3E) und als Dank fuers Hosten uebernahm ich Ahmys Rechnung. Zurück bei Ahmy unterhielten wir uns noch bis 04 Uhr über Thailands Königsfamilie. Gegen 06 Uhr war ich dann schon wieder wach (zu laut, zu hell), konnte dank kalter Dusche (hier hat man selten eine Wahl) aber fit und wach in den Tag starten.

Mit kompletter Ausrüstung machte ich mich dann auf den Weg Richtung Khao San Road um eine Storage-Lösung fuer meinen großen Rucksack zu finden. Schleppen muss ich dabei nicht: Mein Skateboard verwandelt den Travelrucksack in einen Rollrucksack, den ich bequem hinter mir herziehen kann. Bei den anderen Travellern führt das zu interessierten Blicken und die Einheimischen rufen mit breitem Grinsen “good idea!” hinter mir her. ;)

Nach einem superguten Snack (Klebreis mit Mango) fuhren Hannes, Simon und ich zum Bahnhof, um Züge für unsere Weiterfahrt zu buchen. Statt 5 Minuten brauchte unser Bus allerdings 20 und anstelle von Zügen sahen wir nur Busse. Falscher Bahnhof! Hatten extra bei der Info gefragt, welcher Bus zur Train Station fährt und wurden offensichtlich falsch verstanden…

Am Busbahnhof war es dann extrem schwierig den richtigen Bus zurück zu finden… weswegen wir ca. 30 Minuten umherliefen und viele Thais um Hilfe baten. Wir wurden von einer Ecke zur anderen geschickt und irgendwann bekam ich so einen Lachflash, dass ich für 5 Minuten zu garnix zu gebrauchen war. Von außen sah es wohl recht schlimm aus, sofort kam nämlich jemand auf mich zu um zu fragen ob alles in Ordnung sei. Wer sich an die “Antrag 24″ (oder so ähnlich) – Episode in “Asterix erobert Rom” erinnert, kann sich vorstellen wie wir den Nachmittag verbracht haben.

Wir haben es dann doch noch zum richtigen Bahnhof geschafft, unsere Tickets gebucht und sind danach durch Chinatown geirrt, wo wir dank unserem hervorragenden Orientierungssinn die Hauptgeschäftsstraße etwa 5 Minuten nach Ladenschluss erreichten. An den verbliebenen Essensständen bestellten wir uns eine lecker aussehende Suppe, über deren Inhalte wir anschließend eine ganze Weile gerätselt haben. Die Ratten und Kakerlaken, die in unmittelbarer Nähe zu dem Essensstand logierten, ließen unseren Wissensdrang jedoch schnell verschwinden… und es hat wirklich klasse geschmeckt.

In einer schönen Nebenstraße der Khao San Road gingen wir noch ein Bier trinken, anschliessend machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof um den Nachtzug nach Chumphon zu erwischen. Nachdem ich meinen Rucksack abgeholt hatte, bot sich schnell ein TukTuk-Fahrer an… (“Munich?”) von anfangs 300B liess er sich recht einfach auf 80B runterhandeln, was natürlich immer noch ein sehr gutes Geschäft für ihn war. Mit 20B Trinkgeld “erpresste” ich am Bahnhof ein paar Infos über die tatsächlichen Kosten und erfuhr, dass ein TukTuk 300B Miete pro Tag kostet. Der Sprit von der Khao San Road zum Bahnhof berechnete er mit 5-10B… war echt nett mit ihm zu plaudern.

Der Zug kam dann gegen 06 Uhr in Chumphon an, wo ich mir ein günstiges Guesthouse aus dem lonelyplanet gesucht habe. Tagsüber habe ich geschlafen und am Abend den grossen Essensnachtmarkt besucht, der wieder für einige neue Einträge auf den Essensseiten führte, auf denen ich alle leckeren Sachen aufschreibe die mir hier begegnen.

Der menschenleere Strand in ChumphonGegen Nachmittag fahre ich heute zum 10km entfernten Strand um mir eine neue Bleibe zu suchen und Kitesurfen zu lernen am Strand rumzuhängen. So wie es aussieht, haben beide Kitesurfschulen saisonbedingt geschlossen. Dank superoffseason ist der Strand menschenleer und der Bungalow mit Blick aufs Meer kostet 8E die Nacht… sofern sich nicht doch noch eine Kitesurfschule findet, werde ich übermorgen schon wieder weiterreisen… :)
Ich hoffe, es geht euch allen gut und schicke euch liebe Grüße,
/sebi


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